Eine Landstraße führt durch grüne Felder unter blauem Himmel zu einem gelben Ortsschild. Beim Scrollen bewegt sich die Kamera vorwärts.
Häuser entstehen entlang der Straße. Die Kamera steigt auf und zeigt die Stadt und die Zahl 1,4 Millionen.
Nicht als eigene Bezirke dargestellt: Fachkräftemangel, Genehmigungsverfahren und Unsicherheiten rund um die Dekarbonisierung. Auch sie wirken auf Bauleistung und Produktivität, lassen sich aber keinem einzelnen Hebel dieser Karte zuordnen.
Die Kamera steigt über eine belebte Stadt mit Bäumen, Parks, Verkehr und Fußgängern. Zebrastreifen, Ampeln und drei Brücken prägen das Straßennetz. Eine Route verbindet fünf benannte Bezirke.
Die fünf Bezirke von Hättehausen
Informationen zwischen Baustelle und Büro bilden ein klares Netzwerk. Jeder Eintrag ist mit Verantwortlichen, einem Ort und dem aktuellen Plan verbunden.
Ein Messstreifen wandert durch die Stadt. Gebäude erscheinen als blaue Drahtmodelle und vermessene Schnitte. Drei Ansichten vergleichen Wohnungszahlen, Änderungsaufwand und Befragungsergebnisse. Kein Gebäude und kein Bezirk steht für einen Anteil am nationalen Rückstand.
Wie kommt man von Produktivität auf 1,4 Millionen Wohnungen?
Vier Schritte, alle mit veröffentlichten Daten. Das Ergebnis ist eine Größenordnung, keine Punktschätzung.
Produktivitätsentwicklung 1991 bis 2019
Reale Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigenstunde, ausgewiesen vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.[1]
Aufgelaufener Abstand
0,80 Prozentpunkte pro Jahr
Die Differenz der beiden Raten, über die Jahre aufgezinst. Bis 2025 ergibt das einen kumulierten Abstand von 31,0 Prozent.
Wohnungsäquivalent
≈ 1,4 Mio. = 1.404.463
Fertigstellungen jedes Jahres multipliziert mit dem bis dahin aufgelaufenen Abstand, aufsummiert über 35 Jahre.
Was die Rechnung kann
- Sie macht einen langfristigen Abstand in einer Einheit greifbar, die im Wohnungsbau zählt.
- Sie ist Jahr für Jahr nachrechenbar, mit offengelegten Eingangswerten.
- Sie zeigt eine Größenordnung, die andere Untersuchungen zum Wohnungsmangel zufällig in ähnlicher Höhe nennen.[6]
Was die Rechnung nicht kann
- Sie sagt nicht, wie viele Wohnungen tatsächlich verhindert wurden.
- Wertschöpfung je Arbeitsstunde ist nicht dasselbe wie Wohnungsproduktion.
- Sie erklärt nicht, welcher Faktor welchen Anteil am Rückstand hat.
- Für 2020 bis 2025 liegt keine BBSR-Auswertung vor; der Abstand ist fortgeschrieben.
Auffällig ist die Größenordnung: Eine aktuelle Studie schätzt den Wohnungsmangel ebenfalls auf bis zu rund 1,4 Millionen Wohnungen. Beide Zahlen entstehen aus unterschiedlichen Berechnungen und dürfen nicht gleichgesetzt werden.[6]
Methodik im Detail: Grundlage, Verfahren, Einwohnerzahl, Genauigkeit, was nicht gemeint ist
1 · Grundlage
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung weist für 1991 bis 2019 eine durchschnittliche Produktivitätsentwicklung von rund 1,1 Prozent je Arbeitsstunde und Jahr für die Gesamtwirtschaft und rund 0,3 Prozent für das Baugewerbe aus.[1]
2 · Verfahren
Für jedes Jahr seit 1991 werden die tatsächlichen Wohnungsfertigstellungen des Statistischen Bundesamts mit dem bis dahin rechnerisch aufgelaufenen Produktivitätsabstand multipliziert. Die zugrunde liegende BBSR-Auswertung reicht bis 2019. Für 2020 bis 2025 wird der durchschnittliche Produktivitätsabstand von 1991 bis 2019 unverändert fortgeschrieben. Über den gesamten Zeitraum ergibt sich so eine Größenordnung von rund 1,4 Millionen Wohnungen.[1][4][14]
3 · Einwohnerzahl
Die Einwohnerzahl dient ausschließlich der Veranschaulichung. Dafür setzen wir das Verhältnis von Bevölkerung und Wohnungsbestand Ende 2025 an: rund 1,9 Einwohner je Wohnung, abgeleitet aus 83,5 Millionen Einwohnern[15] und 44,0 Millionen Wohnungen.[16] Das ist keine Schätzung der tatsächlichen Belegung einer hypothetischen Stadt. Deshalb zeigen wir den Wert bewusst nur gerundet als „rund 2,7 Mio.“.
4 · Genauigkeit
Hättehausen ist eine Größenordnung, keine Punktschätzung. Wertschöpfung je Arbeitsstunde ist nicht dasselbe wie Wohnungsproduktion. Andere Annahmen führen zu anderen Ergebnissen. Die letzten sechs Jahre der Modellrechnung beruhen damit auf einer Fortschreibung des zuvor beobachteten durchschnittlichen Produktivitätsabstands.
5 · Nicht gemeint
Keine Prognose. Keine historische Rekonstruktion. Keine Aussage darüber, ob diese Wohnungen tatsächlich nachgefragt, finanziert, genehmigt oder gebaut worden wären. Und keine Behauptung, dass ein einzelner Faktor den Produktivitätsrückstand erklärt.
Berechnung nachvollziehen
Alle Eingangswerte und Zwischenschritte. Der verwendete Produktivitätsabstand beträgt durchgängig 0,80 Prozentpunkte pro Jahr, die Differenz aus 1,1 Prozent Gesamtwirtschaft und 0,3 Prozent Baugewerbe.[1] Der kumulierte Abstand ist dieser Wert über die Jahre aufgezinst. Die Zeilen ab 2020 sind hinterlegt: Dort liegt keine BBSR-Auswertung mehr vor, der Abstand wird fortgeschrieben.
| Jahr | Fertigstellungen | Abstand p. a. in pp | kumuliert in % | Wohnungsäquivalent | Grundlage |
|---|---|---|---|---|---|
| 1991 | 331.178 | 0,80 | 0,00 | 0 | empirisch |
| 1992 | 386.052 | 0,80 | 0,80 | 3.079 | empirisch |
| 1993 | 455.451 | 0,80 | 1,60 | 7.294 | empirisch |
| 1994 | 572.883 | 0,80 | 2,41 | 13.818 | empirisch |
| 1995 | 602.757 | 0,80 | 3,23 | 19.462 | empirisch |
| 1996 | 559.488 | 0,80 | 4,05 | 22.671 | empirisch |
| 1997 | 578.179 | 0,80 | 4,88 | 28.227 | empirisch |
| 1998 | 500.690 | 0,80 | 5,72 | 28.633 | empirisch |
| 1999 | 472.638 | 0,80 | 6,56 | 31.014 | empirisch |
| 2000 | 423.044 | 0,80 | 7,41 | 31.355 | empirisch |
| 2001 | 326.187 | 0,80 | 8,27 | 26.971 | empirisch |
| 2002 | 289.590 | 0,80 | 9,13 | 26.446 | empirisch |
| 2003 | 268.103 | 0,80 | 10,00 | 26.817 | empirisch |
| 2004 | 278.008 | 0,80 | 10,88 | 30.247 | empirisch |
| 2005 | 242.316 | 0,80 | 11,76 | 28.507 | empirisch |
| 2006 | 249.436 | 0,80 | 12,66 | 31.568 | empirisch |
| 2007 | 210.729 | 0,80 | 13,55 | 28.563 | empirisch |
| 2008 | 175.927 | 0,80 | 14,46 | 25.439 | empirisch |
| 2009 | 158.987 | 0,80 | 15,37 | 24.441 | empirisch |
| 2010 | 159.832 | 0,80 | 16,29 | 26.042 | empirisch |
| 2011 | 183.110 | 0,80 | 17,22 | 31.533 | empirisch |
| 2012 | 200.466 | 0,80 | 18,16 | 36.396 | empirisch |
| 2013 | 214.817 | 0,80 | 19,10 | 41.026 | empirisch |
| 2014 | 245.325 | 0,80 | 20,05 | 49.183 | empirisch |
| 2015 | 247.722 | 0,80 | 21,01 | 52.035 | empirisch |
| 2016 | 277.691 | 0,80 | 21,97 | 61.011 | empirisch |
| 2017 | 284.816 | 0,80 | 22,94 | 65.347 | empirisch |
| 2018 | 287.352 | 0,80 | 23,92 | 68.747 | empirisch |
| 2019 | 293.002 | 0,80 | 24,91 | 72.994 | empirisch |
| 2020 | 306.376 | 0,80 | 25,91 | 79.379 | Fortschreibung |
| 2021 | 293.393 | 0,80 | 26,91 | 78.961 | Fortschreibung |
| 2022 | 295.275 | 0,80 | 27,93 | 82.457 | Fortschreibung |
| 2023 | 294.399 | 0,80 | 28,95 | 85.216 | Fortschreibung |
| 2024 | 251.937 | 0,80 | 29,97 | 75.516 | Fortschreibung |
| 2025 | 206.600 | 0,80 | 31,01 | 64.069 | Fortschreibung |
| Summe | 11.123.756 | 1.404.463 |
Fertigstellungen 1991 bis 2013 aus der Destatis-Veröffentlichung „Baugenehmigungen und Baufertigstellungen, Lange Reihen“[14], 2014 bis 2024 aus den jährlichen Pressemitteilungen zu den Baufertigstellungen, 2025 aus der Mitteilung vom 22. Mai 2026[4]. Produktivitätsraten aus[1].
Und das ist nur ein Teil des Bildes.
Siebzehn Zahlen, vier Fragen. Jede Zahl nennt Quelle, Jahr und Evidenztyp. Schwerpunkt Deutschland; internationale Zahlen dienen der Einordnung.
Frage 1 von 4Wie groß ist der Rückstand?
Quelle ansehen
- Quelle
- Meier, Kapitalintensität und Arbeitsproduktivität im Baugewerbe, BBSR-Online-Publikation 45/2023
- Bezugszeitraum
- Basisjahr 1991, Untersuchungszeitraum bis 2019/2020
- Grundgesamtheit
- Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Baugewerbe und Gesamtwirtschaft Deutschland
- Evidenztyp
- Institutsstudie
Quelle ansehen
- Quelle
- Meier, BBSR-Online-Publikation 45/2023
- Bezugszeitraum
- 1991 bis 2019
- Grundgesamtheit
- Reale Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigenstunde, Deutschland
- Evidenztyp
- Institutsstudie
Quelle ansehen
- Quelle
- McKinsey Global Institute, Reinventing Construction
- Bezugszeitraum
- rund zwei Jahrzehnte bis 2017
- Grundgesamtheit
- Globale Sektordaten, Bau gegen Gesamtwirtschaft
- Evidenztyp
- Internationaler Vergleich
Quelle ansehen
- Quelle
- Destatis, Pressemitteilung Nr. 174 vom 22. Mai 2026; Bedarfsprognose BBSR, wiedergegeben in [6]
- Bezugszeitraum
- Berichtsjahr 2025
- Grundgesamtheit
- Bautätigkeitsstatistik, Vollerhebung Deutschland
- Evidenztyp
- Amtliche Statistik
Frage 2 von 4Wo sitzt der Rückstand?
Der Rückstand ist innerhalb des Baugewerbes ungleich verteilt.
Quelle ansehen
- Quelle
- Meier, BBSR-Online-Publikation 45/2023
- Bezugszeitraum
- 1991 bis 2019
- Grundgesamtheit
- Bauhauptgewerbe und Ausbaugewerbe Deutschland
- Evidenztyp
- Institutsstudie
Quelle ansehen
- Quelle
- Behrens, Fricke, Kumlehn, Schwerdtner, Produktivität im Bauhauptgewerbe, IBB der TU Braunschweig
- Bezugszeitraum
- Veröffentlichung April 2022
- Grundgesamtheit
- Sekundäranalyse vorliegender Studien und Befragungen
- Evidenztyp
- Institutsstudie
Quelle ansehen
- Quelle
- Behrens u. a., IBB der TU Braunschweig
- Bezugszeitraum
- Veröffentlichung April 2022
- Grundgesamtheit
- Öffentliche Hand rund 11 Prozent, privater Hoch- und Industriebau 5 bis 10 Prozent
- Evidenztyp
- Institutsstudie
Quelle ansehen
- Quelle
- Behrens u. a., IBB der TU Braunschweig
- Bezugszeitraum
- Veröffentlichung April 2022
- Grundgesamtheit
- Einzelfall Maurerarbeiten im Hochbau
- Evidenztyp
- Institutsstudie
Frage 3 von 4Woran liegt es?
Für einzelne Faktoren gibt es Hinweise und Rangfolgen, aber keine belastbare prozentuale Aufteilung des gesamten Produktivitätsrückstands.
Quelle ansehen
- Quelle
- IW-Zukunftspanel, wiedergegeben im Gutachten für den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie
- Bezugszeitraum
- Befragung Oktober bis Dezember 2024
- Grundgesamtheit
- Bauunternehmen in Deutschland, geschichtete Stichprobe
- Evidenztyp
- Befragung
Quelle ansehen
- Quelle
- OECD-Daten, wiedergegeben im IW-Gutachten
- Bezugszeitraum
- Datenstand 2021
- Grundgesamtheit
- Bauunternehmen in europäischen Ländern
- Evidenztyp
- Internationaler Vergleich
Quelle ansehen
- Quelle
- Roland Berger, Digitalisierung der Bauwirtschaft, Think Act
- Bezugszeitraum
- Erhebung 2016
- Grundgesamtheit
- Top-Management der Bau- und Bauzulieferindustrie in Deutschland, Österreich, Schweiz
- Evidenztyp
- Befragung
Quelle ansehen
- Quelle
- BauInfoConsult, Fehlerkostenbilanz
- Bezugszeitraum
- Bilanzjahr 2021
- Grundgesamtheit
- Mehrere hundert Interviews mit Architekturbüros, Bauunternehmen und Handwerksbetrieben in Deutschland
- Evidenztyp
- Befragungsbasierte Schätzung
Frage 4 von 4Warum es jetzt zählt
Mehr Bauaufgaben treffen auf begrenzte personelle Kapazitäten, während Digitalisierung und KI neue Arbeitsweisen ermöglichen.
Quelle ansehen
- Quelle
- Pestel-Institut, wiedergegeben in der Studie zum 17. Wohnungsbautag
- Bezugszeitraum
- Januar 2026
- Grundgesamtheit
- Wohnungsmarkt Deutschland, abhängig von Annahmen zur Leerstandsaktivierung
- Evidenztyp
- Studienschätzung
Quelle ansehen
- Quelle
- Destatis, Pressemitteilung Nr. 174 vom 22. Mai 2026
- Bezugszeitraum
- Stand Ende 2025
- Grundgesamtheit
- Bauüberhang Deutschland, abgeleitet aus Gesamtzahl abzüglich der im Bau befindlichen Wohnungen
- Evidenztyp
- Amtliche Statistik
Quelle ansehen
- Quelle
- Handelsblatt-Bericht zum Sondervermögen
- Bezugszeitraum
- 2026
- Grundgesamtheit
- Bundeshaushalt, Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität
- Evidenztyp
- Medienbericht
Quelle ansehen
- Quelle
- IW Köln, Gutachten für den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie; Destatis zur Erwerbstätigkeit
- Bezugszeitraum
- 2025
- Grundgesamtheit
- Bauexperten mit akademischer Ausbildung; Erwerbstätige im Baugewerbe Deutschland
- Evidenztyp
- Institutsstudie
Quelle ansehen
- Quelle
- Bitkom, Digitalisierung der Wirtschaft 2026
- Bezugszeitraum
- Erhebung 2026
- Grundgesamtheit
- 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland, branchenübergreifend
- Evidenztyp
- Befragung
Wir nennen Institute und Organisationen typografisch, verwenden aber keine fremden Logos. Jede Zahl ist in den Quellen direkt nachvollziehbar.
Was sich auf der Baustelle verändern lässt.
Die meisten Ursachen sind regulatorisch, strukturell oder vertraglich. Ein einzelner Betrieb kann sie kaum kurzfristig verändern. Bei der täglichen Koordination zwischen Baustelle und Büro ist das anders: Informationswege, Dokumentation und Rückfragen lassen sich auf Betriebsebene verbessern.
Genau an diesem Ausschnitt arbeitet Benetics AI.
KI wird auf der Baustelle dann relevant, wenn sie die Eingabehürde senkt.
Digitale Baustellenwerkzeuge gibt es seit vielen Jahren. Unsere Beobachtung aus der Arbeit mit Betrieben: Ihre Nutzung scheitert im Alltag oft weniger an fehlenden Funktionen als an zusätzlichem Eingabeaufwand. Informationen müssen geöffnet, eingetippt, sortiert oder später nachgetragen werden.
Sprachbasierte Systeme können genau diesen Schritt verändern. Eine Aufgabe, ein Mangel oder ein Bericht kann dort erfasst werden, wo die Information entsteht. Das kann Medienbrüche und die Notwendigkeit reduzieren, Beobachtungen später aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren.
Das ist die Produktthese von Benetics AI. Wie groß der gesamtwirtschaftliche Produktivitätseffekt solcher Systeme ist, wurde bislang nicht belastbar beziffert.
Ein Hebel liegt in der Koordination.
„Denkbar ist auch, dass die absehbare stärkere Nutzung digitaler Formen der Zusammenarbeit […] durch alle Baubeteiligten, diese Koordination inklusive ihrer Produktivitätswirkungen mit sich bringen wird.“
BBSR-Online-Publikation 45/2023, Fazit[1]
Das BBSR sieht den Produktivitätsrückstand nicht primär als Folge fehlender Maschinen. Der Kapitaleinsatz je Arbeitsstunde stieg seit 1991 deutlich, ohne dass die Produktivität entsprechend folgte. Im Fazit verweist das Institut stattdessen unter anderem auf Potenziale digitaler Formen der Zusammenarbeit und besserer Koordination zwischen Baubeteiligten.[1]
Im Baustellenalltag entstehen genau an diesen Schnittstellen kleine Informationsverluste: Eine Änderung erreicht nicht jede Kolonne gleichzeitig. Ein Mangel liegt in einem Nachrichtenverlauf. Ein Aufmaß wird erst später übertragen. Jeder einzelne Vorgang ist klein. In Summe können daraus Rückfragen, Änderungen und Nacharbeit entstehen.
Digitalisierung muss die ausführenden Gewerke stärker mitdenken.
Im deutschen Baugewerbe arbeiten rund 2,6 Millionen Menschen. Ein großer Teil davon arbeitet in ausführenden Gewerken wie Elektrik, Sanitär, Heizung, Trockenbau, Schreinerei oder Malerarbeiten.[5]
Gerade im Ausbau treffen auf vielen Baustellen mehrere Gewerke, Pläne, Änderungen, Fotos, Aufgaben und Rückfragen aufeinander. Gleichzeitig zeigt die BBSR-Untersuchung deutliche Unterschiede in der Produktivitätsentwicklung zwischen Bauhaupt- und Ausbaugewerbe.[1]
Benetics AI entwickelt deshalb Software nicht nur für Planungs- und Verwaltungsprozesse, sondern für die Menschen, die Informationen direkt auf der Baustelle erfassen und weitergeben müssen.
Früher über eine Stunde. Heute wenige Minuten.
Ein Bauleiter berichtet, dass sein Baujournal früher häufig erst abends am Büro-PC entstand und dafür teilweise mehr als eine Stunde benötigte. Heute erstellt er es nach eigener Aussage in wenigen Minuten per Sprache direkt auf der Baustelle, „wo alles noch aktuell im Kopf ist“. Einzelfall, keine gemessene Studie und nicht auf andere Betriebe übertragbar.
Remo Schweizer, Bauleiter, Rhyner Baumanagement AG
Die Baubranche ist stark von oben nach unten organisiert: Prozesse, Werkzeuge, Entscheidungen. Wir bauen bewusst andersherum. Die Menschen, die auf der Baustelle den größten Wert schaffen, bekommen oft die geringste digitale Unterstützung. Wenn ihre Arbeit einfacher wird, profitieren auch die Prozesse darüber.
Ferdinand Metzler · Gründer und CEO · Benetics AI
Was diese Seite nicht behauptet
Dass sich der Produktivitätsrückstand mit Software allein schließen lässt.
Dass sich der Anteil einzelner Ursachen am Rückstand belastbar beziffern lässt.
Dass Hättehausen zeigt, wie viele Wohnungen tatsächlich verhindert wurden.
Dass Benetics AI den gesamtwirtschaftlichen Effekt seines eigenen Produktbereichs beziffern kann.
Warum diese Seite?
Produktivität im Bauwesen ist eine komplexe Sache. Benetics AI arbeitet an einem kleinen Ausschnitt davon: dem Informationsfluss zwischen Baustelle und Büro. Viele andere Faktoren sind mindestens ebenso wichtig, etwa Regulierung, Vergabestrukturen, Planung, Änderungen, Fachkräfte und weitere Rahmenbedingungen.
Deshalb führt diese Seite veröffentlichte Zahlen aus unterschiedlichen Quellen zusammen. Nicht als Erklärung des Rückstands, sondern als Einladung, genauer hinzusehen: Was wissen wir? Was vermuten wir? Was wurde bislang erstaunlich wenig gemessen?
Diese Seite ist keine eigene wissenschaftliche Studie. Wo eine Zahl geschätzt, modelliert oder aus einer Befragung abgeleitet ist, machen wir das sichtbar. Widerspruch und Hinweise auf fehlende Zahlen nehmen wir entgegen: presse@benetics.ai
Sechzehn Quellen, alle öffentlich
Jede Zahl auf dieser Seite verweist mit ihrer Nummer hierher. Nach einem Klick aus dem Text führt „zurück zur Zahl“ an die Stelle zurück, an der die Quelle zitiert wurde.
- [1] Meier, Carsten-Patrick: Kapitalintensität und Arbeitsproduktivität im Baugewerbe. BBSR-Online-Publikation 45/2023, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Tragende Quelle dieser Seite. Institutsstudie, Bundesbehörde PDF ↗
- [2] Grömling, Voigtländer, Wetzstein: Internationale Produktivitätsunterschiede in der Bauwirtschaft. Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Mai 2025. Gutachten und Unternehmensbefragung PDF ↗
- [3] Behrens, Fricke, Kumlehn, Schwerdtner: Produktivität im Bauhauptgewerbe. Potenziale für die Praxis. Institut für Bauwirtschaft und Baubetrieb, TU Braunschweig, April 2022. Open Access, DOI 10.24355/dbbs.084-202303281045-0. Universitäre Sekundäranalyse, Open Access PDF ↗
- [4] 18,0 % weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 174 vom 22. Mai 2026. Enthält Fertigstellungen und Bauüberhang. Amtliche Statistik Pressemitteilung ↗
- [5] Erwerbstätigenzahl im Jahr 2025 fast unverändert. Statistisches Bundesamt, Januar 2026. Amtliche Statistik Pressemitteilung ↗
- [6] Walberg, Gniechwitz, Wientzek u. a.: Wohnungsbau in Deutschland 2026. Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen und RegioKontext für das Verbändebündnis Wohnungsbau, Kiel, März 2026. Verbandsstudie mit Bedarfsschätzung PDF ↗
- [7] Sondervermögen: Zehn Prozent der Milliarden für Infrastruktur aufgebraucht. Handelsblatt, 2026. Medienbericht Artikel ↗
- [8] BauInfoConsult: Fehlerkostenbilanz. Jährliche Erhebung zu den Fehlerkosten der deutschen Baubranche, Grundlage sind mehrere hundert Interviews mit Architekturbüros, Bauunternehmen und Handwerksbetrieben. Befragungsbasierte Hochrechnung Meldung ↗
- [9] Ziegler, Wolfgang: Informationsdefizit. Die Arbeitsproduktivität auf Baustellen. Onlinebefragung 2016, 150 Teilnehmer, überwiegend Landschaftsbau, Medianwerte. Onlinebefragung Artikel ↗
- [10] Horman, Michael J.; Kenley, Russell: Quantifying Levels of Wasted Time in Construction with Meta-Analysis. Journal of Construction Engineering and Management 131(1), 2005, Seiten 52 bis 61. Peer reviewed. Peer-reviewte Meta-Analyse DOI ↗
- [11] Roland Berger: Digitalisierung der Bauwirtschaft. Think Act, Juni 2016. Hier ausschließlich für den historischen Vergleich von Einsicht und Anwendung im Jahr 2016. Managementbefragung PDF ↗
- [12] Bitkom: Digitalisierung der Wirtschaft 2026. Repräsentative Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland. Repräsentative Unternehmensbefragung Presseinformation ↗
- [13] McKinsey Global Institute: Reinventing Construction. A Route to Higher Productivity. Februar 2017. Internationaler Vergleich, Beratungshaus Bericht ↗
- [14] Baugenehmigungen und Baufertigstellungen, Lange Reihen z. T. ab 1949. Statistisches Bundesamt, Fachserie zur Bautätigkeit. Grundlage der Fertigstellungsreihe 1991 bis 2013. Amtliche Statistik, Zeitreihe PDF ↗
- [15] Bevölkerung Deutschlands sinkt im Jahr 2025 um 0,1 Prozent. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 203 vom 17. Juni 2026. 83,5 Millionen Einwohner Ende 2025. Amtliche Statistik Pressemitteilung ↗
- [16] 44,0 Millionen Wohnungen in Deutschland zum Jahresende 2025. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 250 vom Juli 2026. Amtliche Statistik Pressemitteilung ↗
Pressebereich
Wir bitten nicht um eine Meldung über Benetics AI. Wir stellen eine Rechnung zur Verfügung, die Sie nachrechnen, bestreiten oder weiterverwenden können.
Kurzprofil zum Zitieren
Benetics AI wurde 2022 in Zürich gegründet und entwickelt eine mobile Anwendung für die Kommunikation zwischen Baustelle und Büro. Aufgaben, Pläne, Fotos und Berichte werden an einer Stelle geführt und lassen sich per Sprache erfassen, auch in wechselnden Sprachen und Dialekten. Über 500 Betriebe nutzen die Anwendung, der Schwerpunkt liegt bei ausführenden Gewerken wie Elektro, Sanitär, Heizung, Trockenbau und Holzbau. Benetics AI ist Mitglied im Bundesverband Digitales Bauwesen e. V. (BDBau).
Grafiken und Bildmaterial
Grafiken frei für redaktionelle Beiträge, mit Quellenangabe. Empfohlene Nennung: „Benetics AI, Hättehausen, 2026“. Datenstand August 2026. Ortstafel, Stadtkarte und die vier Datenmomente in Druckauflösung auf Anfrage: Grafiken anfragen
Methodik
Verfahren, Annahmen, Grenzen und die vollständige Jahrestabelle stehen offen auf dieser Seite: Methodik im Detail. Hättehausen ist eine Modellrechnung auf Basis veröffentlichter Produktivitäts- und Fertigstellungsdaten. Die rund 1,4 Millionen Wohnungen sind kein geschätzter tatsächlicher Wohnungsverlust.
Gesprächspartner
Ferdinand Metzler zu Digitalisierung, KI und ausführenden Gewerken. Zur Rechenweise geben wir direkt Auskunft. Für die volkswirtschaftliche Ebene verweisen wir auf die Autoren der Fachstudien.
Gespräche mit Betrieben
Auf Wunsch vermitteln wir Gespräche mit Betrieben, auch unabhängig von unserer Anwendung.
Über den Herausgeber
Benetics AI entwickelt Software für die Kommunikation zwischen Baustelle und Büro. Über 500 Betriebe nutzen die Anwendung für Aufgaben, Pläne, Fotos und Berichte. Der Schwerpunkt liegt auf ausführenden Gewerken.
- Gegründet
- 2022
- Sitz
- Zürich
- Betriebe
- über 500
- Schwerpunkt
- Ausführende Gewerke
- Verband
- BDBau
Einordnung dieser Seite
Hättehausen ist keine eigene wissenschaftliche Erhebung. Die Seite führt öffentlich zugängliche Quellen zusammen und enthält eine eigene, ausdrücklich gekennzeichnete Modellrechnung.
Die vielleicht wichtigste Zahl kennen wir noch nicht.
Wie viel Baustellenzeit geht tatsächlich für Dokumentation, Klärung, Warten und Nacharbeit drauf?
Uns ist für Deutschland bislang keine belastbare aktuelle Untersuchung bekannt, die Baustellenarbeitszeit systematisch nach produktiver Arbeit, Dokumentation, Klärung, Warten und Nacharbeit aufteilt.
Vorhandene Untersuchungen kommen bei unterschiedlichen Definitionen und Methoden zu stark abweichenden Ergebnissen — Größenordnungen von rund 27 bis knapp 50 Prozent.[9][10] Diese Werte sind nicht direkt miteinander vergleichbar und ergeben keinen belastbaren gemeinsamen Wert. Gerade ihre Spannweite zeigt, wie groß die Forschungslücke ist. Deshalb steht hier kein Diagramm.
Benetics AI möchte unabhängige Forschung dazu unterstützen und prüft, welche aggregierten oder anonymisierten Daten dafür datenschutzkonform zur Verfügung gestellt werden können. Methodik, Auswertung und Veröffentlichung sollen bei der Forschungseinrichtung liegen.
Hättehausen
Sie verlassen Hättehausen. Die Stadt bleibt eine Rechnung, und die Zahlen dahinter bleiben nachprüfbar. Was sich in der Bauproduktivität ändert, entscheidet sich nicht hier, sondern in Vorschriften, Verfahren, Planung und auf den Baustellen.